Welches Öl für Hunde bei Juckreiz? Die 5 besten Öle im Vergleich
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Dein Hund kratzt sich ständig, leckt seine Pfoten wund oder reibt sich am Teppich? Dann kennst du das Gefühl: Man möchte helfen, weiß aber nicht wie. Die Frage Welches Öl für Hunde bei Juckreiz taucht dabei immer wieder auf – und das zu Recht.
Denn hochwertige Öle können tatsächlich helfen. Sie versorgen die Haut von innen mit essentiellen Fettsäuren, stärken die Hautbarriere und wirken entzündungshemmend. Allerdings ist nicht jedes Öl für jeden Juckreiz geeignet.
In diesem Ratgeber erfährst du, welche Öle bei welcher Art von Juckreiz am besten wirken, wie du sie richtig dosierst und anwendest – und worauf du beim Kauf achten solltest. Damit dein Vierbeiner endlich Ruhe findet.
Warum juckt mein Hund? Die häufigsten Ursachen
Bevor wir klären, welches Öl für Hunde bei Juckreiz das richtige ist, sollten wir verstehen, woher der Juckreiz überhaupt kommt. Denn je nach Ursache wirken unterschiedliche Öle besser oder schlechter.
Trockene Haut und Fettsäuremangel
Die häufigste Ursache für Juckreiz ist schlicht trockene Haut. Viele Fertigfutter enthalten zu wenig hochwertige Fettsäuren, sodass die natürliche Hautbarriere geschwächt wird. Die Haut wird spröde, schuppig und juckt. Hier helfen Öle besonders gut, weil sie das Problem an der Wurzel packen.
Allergien und Unverträglichkeiten
Futtermittelallergien, Umweltallergien (Pollen, Hausstaubmilben) oder Kontaktallergien lösen Entzündungsreaktionen in der Haut aus. Diese führen zu Juckreiz, Rötungen und oft auch Haarausfall. Öle mit hohem GLA-Gehalt (Gamma-Linolensäure) können hier die Entzündung hemmen.
Parasitenbefall
Flöhe, Milben oder Herbstgrasmilben verursachen intensiven Juckreiz. Öle können hier unterstützend wirken, ersetzen aber keine Parasitenbehandlung. Zuerst muss der Befall bekämpft werden, dann kann die gereizte Haut mit Ölen gepflegt werden.
Hautinfektionen
Bakterielle oder Pilzinfektionen der Haut erfordern tierärztliche Behandlung. Öle können begleitend eingesetzt werden, sind aber kein Ersatz für Medikamente. Bei anhaltenden Hautproblemen deshalb immer den Tierarzt aufsuchen.
Die 5 besten Öle für Hunde bei Juckreiz im Überblick
Nicht jedes Öl wirkt gleich. Manche sind besser für die innere Anwendung, andere für die äußere. Hier sind die fünf wirksamsten Öle gegen Juckreiz:
1. Borretschöl – Der Juckreiz-Spezialist
Warum es wirkt: Borretschöl hat den höchsten natürlichen Gehalt an Gamma-Linolensäure (GLA) aller Pflanzenöle – etwa 20-25%. GLA ist eine Omega-6-Fettsäure, die direkt in die Entzündungsprozesse der Haut eingreift und diese hemmt.
Ideal bei: Allergischem Juckreiz, chronischen Hautproblemen, Ekzemen, trockener und schuppiger Haut.
Anwendung: Sowohl innerlich (ins Futter) als auch äußerlich (auf betroffene Stellen). Bei äußerlicher Anwendung ein paar Tropfen sanft einmassieren.
Dosierung: Ca. 1 ml pro 10 kg Körpergewicht täglich ins Futter.
2. Nachtkerzenöl – Sanfte Hilfe bei empfindlicher Haut
Warum es wirkt: Nachtkerzenöl enthält ebenfalls viel GLA (ca. 10%) und zusätzlich über 70% Linolsäure. Diese Kombination macht es besonders hautfreundlich und regenerierend.
Ideal bei: Empfindlicher Haut, Fellwechsel-Problemen, leichtem Juckreiz, zur Vorbeugung von Hautproblemen.
Dosierung: Ca. 1 ml pro 10 kg Körpergewicht täglich.
3. Lachsöl – Der Allrounder für Haut und Fell
Warum es wirkt: Lachsöl ist reich an Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA), die stark entzündungshemmend wirken. Sie unterstützen die Hautbarriere und sorgen gleichzeitig für glänzendes Fell.
Ideal bei: Juckreiz durch trockene Haut, stumpfes Fell, entzündliche Hautreaktionen, als Basis-Ergänzung für alle Hunde.
Dosierung: Ca. 0,5-1 Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht täglich.
4. Hanföl – Ausgewogen und vielseitig
Warum es wirkt: Hanföl hat ein fast perfektes Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 (etwa 3:1). Es enthält zusätzlich GLA und wirkt ausgleichend auf die Haut.
Ideal bei: Leichtem bis mittlerem Juckreiz, zur täglichen Hautpflege, bei empfindlichen Hunden, die andere Öle nicht vertragen.
Dosierung: Ca. 1 Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht täglich.
5. Leinöl – Die pflanzliche Omega-3-Quelle
Warum es wirkt: Leinöl hat den höchsten Omega-3-Gehalt (Alpha-Linolensäure) aller Pflanzenöle. Es muss vom Körper allerdings erst umgewandelt werden, weshalb die Wirkung etwas schwächer ist als bei Fischöl.
Ideal bei: Hunden, die keinen Fisch vertragen, als pflanzliche Alternative zu Lachsöl, bei leichter Trockenheit.
Dosierung: Ca. 1 Teelöffel pro 10 kg Körpergewicht täglich.
BILD 3: Alt: Öl für Hunde bei Juckreiz – Tropfen auf Hundefutter geben
Welches Öl für Hunde bei Juckreiz? Die Entscheidungshilfe
Je nach Ursache und Schwere des Juckreizes eignen sich unterschiedliche Öle:
Bei allergischem Juckreiz:
Borretschöl oder Nachtkerzenöl (hoher GLA-Gehalt hemmt Entzündungen)
Bei trockener, schuppiger Haut:
Lachsöl + Borretschöl kombinieren (Omega-3 und GLA ergänzen sich)
Bei leichtem, unspezifischem Juckreiz:
Hanföl oder Lachsöl (ausgewogen und gut verträglich)
Zur Vorbeugung und Fellpflege:
Lachsöl oder eine ausgewogene Ölmischung wie DAILYSTARS
Bei lokalen Hautstellen (äußerlich):
Borretschöl oder Nachtkerzenöl direkt auftragen
Passende MISTERKINGS Produkte bei Juckreiz
BEAUTYME – Speziell zur äußerlichen Anwendung bei Haut- und Fellproblemen. Mit Borretschöl, Hanföl, Leinöl und Nachtkerzenöl.
INNERGLOW – Bei Haut- und Fellproblemen von innen. Mit Leinöl, Mariendistelöl und Nachtkerzenöl.
Borretschöl BIO – Pures Borretschöl mit höchstem GLA-Gehalt.
Nachtkerzenöl BIO – Sanft und hautfreundlich.
Innerlich oder äußerlich? So wendest du Öle richtig an
Die Wirkung eines Öls hängt stark davon ab, wie du es anwendest:
Innerliche Anwendung (ins Futter)
Die innere Anwendung wirkt systemisch – also auf den gesamten Körper. Die Fettsäuren werden über den Darm aufgenommen und gelangen von innen in die Hautzellen. Diese Methode dauert etwas länger (2-4 Wochen), wirkt dafür aber nachhaltiger und gleichmäßiger.
- Öl unter das Futter mischen, nicht erhitzen
- Bei mehreren Mahlzeiten die Tagesmenge aufteilen
- Mit kleiner Menge starten und langsam steigern
- Mindestens 4-6 Wochen durchhalten für sichtbare Ergebnisse
Äußerliche Anwendung (auf die Haut)
Die äußere Anwendung wirkt lokal und schneller. Du kannst gezielt juckende Stellen behandeln und sofortige Linderung verschaffen. Allerdings hält die Wirkung nicht so lange an.
- Nur wenige Tropfen verwenden – Öl ist ergiebig
- Sanft einmassieren, nicht einreiben
- Hund danach nicht sofort ablecken lassen
- Borretschöl und Nachtkerzenöl eignen sich am besten
Profi-Tipp: Die Kombination aus innerer und äußerlicher Anwendung bringt oft die besten Ergebnisse. Innerlich für die langfristige Hautgesundheit, äußerlich für schnelle Linderung an Problemstellen.
Die richtige Dosierung: So viel Öl braucht dein Hund
Die Dosierung hängt vom Gewicht deines Hundes und vom verwendeten Öl ab:
Kleine Hunde bis 10 kg:
1/2 Teelöffel täglich (ca. 2,5 ml)
Mittlere Hunde 10-25 kg:
1 Teelöffel täglich (ca. 5 ml)
Große Hunde über 25 kg:
1-2 Teelöffel täglich (ca. 5-10 ml)
Wichtig: Bei GLA-reichen Ölen wie Borretschöl reichen oft geringere Mengen. Starte lieber mit der halben empfohlenen Menge und steigere langsam. Du kannst auch unseren Futterölrechner verwenden.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Die Qualität des Öls entscheidet über die Wirksamkeit. Ein billiges, ranzig gewordenes Öl kann mehr schaden als nützen.
- Kaltpressung: Nur kaltgepresste Öle enthalten noch alle wertvollen Fettsäuren. Hitze zerstört die empfindlichen Omega-3 und GLA.
- Frische: Öle oxidieren schnell. Ideal sind Anbieter, die erst nach Bestellung abfüllen.
- Dunkle Flasche: Licht zerstört die Fettsäuren. Qualitätsöle kommen in dunklen Glasflaschen.
- 100% rein: Keine Zusätze, keine Konservierungsstoffe.
- Geruch: Frisches Öl riecht mild. Ranzig oder stechend? Finger weg.
Öle kombinieren: Mehr Wirkung durch die richtige Mischung
Verschiedene Öle haben verschiedene Stärken. Durch geschickte Kombination kannst du die Wirkung verstärken:
- Lachsöl + Borretschöl: Omega-3 aus dem Lachs plus GLA aus dem Borretsch – deckt alle wichtigen Fettsäuren ab.
- Hanföl + Nachtkerzenöl: Besonders sanft und gut verträglich, ideal für empfindliche Hunde.
- Fertige Mischungen: Spart das Abmessen. INNERGLOW und BEAUTYME sind speziell für Hautprobleme entwickelt.
Wichtig: Bei Kombination mehrerer Öle die Gesamtmenge im Blick behalten. Zu viel Öl kann zu weichem Stuhl führen.
Wann du zum Tierarzt solltest
Öle können viel bewirken – aber nicht alles. Bei diesen Anzeichen ist ein Tierarztbesuch nötig:
- Offene Wunden oder blutig gekratzte Stellen
- Starker Haarausfall oder kahle Stellen
- Verdacht auf Parasiten (Flöhe, Milben)
- Pusteln, Krusten oder nässende Stellen
- Juckreiz, der nach 4-6 Wochen Öl-Kur nicht besser wird
- Fieber, Appetitlosigkeit oder andere Krankheitszeichen
Häufige Fragen: Öl für Hunde bei Juckreiz
Bei äußerlicher Anwendung oft sofort (Linderung für einige Stunden). Bei innerlicher Anwendung dauert es 2-4 Wochen, bis sich die Hautzellen erneuert haben. Geduld ist hier wichtig!
Olivenöl ist nicht schädlich, aber auch nicht besonders wirksam gegen Juckreiz. Es fehlen die wichtigen Omega-3-Fettsäuren und GLA. Für Hautprobleme sind spezialisierte Öle wie Borretschöl oder Lachsöl deutlich besser geeignet.
Kokosöl kann äußerlich kurzfristig lindern und hat leichte antibakterielle Eigenschaften. Allerdings enthält es kaum essentielle Fettsäuren und wirkt daher nicht gegen die Ursachen von Juckreiz. Als Ergänzung okay, als Hauptöl nicht geeignet.
Selten, aber möglich. Manche Hunde reagieren allergisch auf Fischöl (dann Leinöl als Alternative). Starte deshalb immer mit einer kleinen Menge und beobachte deinen Hund.
Mindestens 6-8 Wochen für nachhaltige Ergebnisse. Bei chronischen Hautproblemen kann eine dauerhafte Ergänzung mit einem Basis-Öl wie Lachsöl sinnvoll sein.
Ja, aber beachte die Gesamtmenge. Wenn du Lachsöl und Borretschöl kombinierst, reduziere die Einzelmengen entsprechend. Alternativ greifst du zu fertigen Ölmischungen.
tl;dr: Das richtige Öl für deinen juckenden Hund
Die Frage Welches Öl für Hunde bei Juckreiz lässt sich nicht pauschal beantworten – aber mit dem richtigen Wissen findest du schnell die passende Lösung:
- Bei allergischem Juckreiz: Borretschöl oder Nachtkerzenöl (GLA-reich)
- Bei trockener Haut: Lachsöl (Omega-3-reich)
- Zur Vorbeugung: Hanföl oder eine ausgewogene Mischung
- Für schnelle Linderung: Äußerliche Anwendung mit Borretsch- oder Nachtkerzenöl
Entscheidend sind Qualität (kaltgepresst, frisch, rein) und Geduld (mindestens 4-6 Wochen für sichtbare Ergebnisse). Und bei anhaltenden Problemen? Dann ist der Gang zum Tierarzt der richtige Schritt.
Dein Hund wird es dir danken – mit weniger Kratzen, gesünderer Haut und glänzendem Fell.




